Erfahrungen

Seitdem ich mir End 2020 mein erstes Teleskop gekaufte, erweiterte sich mein Wissen über die Hobby „Astronomie“ enorm. Mein Interesse lag eigentlich auf Beobachtung von Himmelsobjekten. Der erste Blick durch das Okular des Teleskops fiel auf den Mond. Es war unbegreiflich schön und bis heute immer wieder interessant. Mit einem Zoom-Okular konnte ich dann noch mehr Details auf dem Mond erkennen. Als ich mich mit Kevin traf, um Ihm einmal einen Blick durch das Teleskop zu ermöglichen, wurde auch er von dem Hobby angesteckt. Bei dem Treffen hatten wir auch zum ersten Mal die Andromeda-Galaxie erblickt. Das was wir sahen, war leider etwas enttäuschend. Wir sahen von der Galaxie nur einen leichten Lichtfleck. Trotzdem waren wir richtig begeistert. Den Orionnebel konnte ich gut durchs Okular sehen und noch besser fotografieren. Die Begeisterung an der Astrofotografie war erweckt. Auch die Sonne wurde zum Ziel meine Beobachtung (nur mit Sonnenfilter vor dem Teleskop).

Leider hatte ich mit er AZ-GTi nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht. Die Monierung ruckelte in einem gewissen Zeit Zyklus, als ob die Zahnräder nicht richtig greifen. Dies konnte man sehr gut beim Filmen des Monds erkennen. Ich entschloss mich dann die Montierung zu öffnen und stellte fest, dass ein Zahnrad im inneren der Montierung am Gehäuse schliff. Leider behob dies nicht das Ruckeln. Dafür lief die AZ-GTi etwas ruhiger. Somit lebte ich mit den rucken. Um bessere Langzeitfotos erstellen zu können, rüstete ich die Montierung auf den EQ-Modus um und spielte eine neue Firmware in die AZ-GTi, welche auch den EQ-Mode unterstütze. Trotz richtigem ausrichten funktionierte das Anfahren der Objekte nicht optimal. In der einen Nacht funktionierte das anfahren einigermaßen gut (musste trotzdem noch manuell nachjustieren) und in einer anderen Nacht funktionierte es ganz und gar nicht. Letztendlich besorgte ich mir noch eine Raspberry Pi mit einem Astroimage und schloss diesen an die ÁZ-GTi mit Kabel an. Mir wurde schnell klar, dass das Teleskop MC 102/1300 nach meiner Meinung eigentlich eher für Mond, Sonne und Planeten geeignet ist und nicht für Deep Sky Objekte.

Die Entscheidung ob man ein Refraktoren-Teleskop, Newton-Teleskop, Spiegelteleskope oder Sonnenteleskope benötigt, kommt meines erachtens auf den Einsatz an, für was man es nutzen möchte und auch welche Vorlieben man hat. Nach längerem hin und her überlegen machten Kevin und ich einen Termin in einem Fachgeschäft unseren Vertrauens aus. Ich entschied mich für das Sky-Watcher N150/750PDS mit einer EQ6-R Pro. Diese Entscheide habe ich bis heute nicht bereut. Als ich das Teleskop das erste mal aufstellte und ausrichtet wurde mir beim ersten Anfahren von M57 Ringnebel klar, dass sich die Anschaffung gelohnt hatte. Ohne nachjustieren bekam ich den Ringnebel im Okular direkt zu sehen. Ich war aus dem Häuschen und konnte mich in dieser Nacht kaum noch einkriegen. Ich fuhr noch weitere Objekte an  und alle auf anhieb im Ziel. Die Begeisterung nahm kein Ende. Vor lauter Begeisterung kam ich noch nicht einmal zum fotografieren. In den nächsten Tagen und Nächten versuchte ich mich mit dem Teleskop tiefer zu beschäftigen. Die jetzt ohne Probleme angesteuerten Objekte konnte ich jetzt auch mit GoTo per Langzeitbelichtung gut fotografieren. Mit dem kauf eines mini PC-Sticks und den Programmen N.I.N.A., PHP2, Plate Solving und SharpCap ging ich jetzt einen weiteren Schritt. Es  folgten wieder Nächte in denen nichts funktionierte. Von Nacht zu Nacht funktionierte es aber immer besser. Ich bin jetzt soweit, dass ich das Teleskop aufbaue und mit dem Polarsucher schon einmal grob ausrichte. Danach nehme ich mit SharpCap ein genaueres Polaligment vor. Jetzt startete ich N.I.N.A. und Stellarium. Mein Equipment (Kamera, Teleskop und Guiding) wird über N.I.N.A. gestartet. Objekt in Stellarium auswählen und in N.I.N.A. übernehmen. Es erfolgte über N.I.N.A. ein Plate Soling und danach das Guiding. Das Plate Solving mit ASTAP machte noch einige Probleme. ASTAP erkannt mein 200mm  Guidingscope  nicht als 200mm sondern als ein 183mm Guidingscope. Sowie ich in N.I.N.A. auf 183mm Brennweite umgestellt hatte, funktionierte das Plate Solving richtig. Nachdem das Guiding startete, konnte ich meine Kamera über das EQ6-R Pro Handbedienteil die eingegeben Sequenz ansteuern. Zur Zeit nutzte ich für die Astrofotografie ein etwas exotische „Vollspektrum modifizierte“ Olympus E-M5 Kamera, welche auch nicht über N.I.N.A. anzusteuern ist. Dies ist auch der Grund, weshalb ich 2x Guidingscope verwende. Eine ist für guiding und das andere ist zum Plate Solven. Meine selbst erstellten Fotos könnt Ihr unter „Fotos“ anschauen. Sie sind noch nicht perfekt, aber für den Anfang ganz gut geworden. Wer also Astrofotografie betreiben möchte, sollte sich auch über ein geeignete Astrokamera Gedanken machen. Nach meiner Meinung kommt man über kurz oder lang an einer Astrokamera nicht vorbei.
Jetzt ging es doch schneller wie gedacht. Anfang 2022 erweiterte sich jetzt mein Equipment um eine Astrokamera (Omegon veTEC571C). Durch die neue Kamera konnte ich ein Guidingscope  vom Teleskop entfernen. Die Handhabung mit der neuen Kamera  ist um einiges einfacher geworden. Alles funktioniert ohne Probleme. Fotos konnte ich auch schon mit der neuen Kamera machen. Das Ergebnis (M106) ist richtig gut geworden.
Mein Kollege Kevin fixte mich mit seinem 3D Projekt „Autofocuser“ an. Um ein solches Projekt auszuführen zu können besorgte ich mir einen 3D Drucker. Der Autofocuser war ein erneute Quantensprung in meine Astrofotografie.

Mein jetziger Ablauf sieht wie folgt aus:
Ich stelle das Teleskop an geeigneter Position auf und richte es grob nach Norden aus.
Die Polarausrichtung führe ich mit SharpCap durch. Jetzt starte ich Stellarium und wähle das aufzunehmende Objekt aus. Mit N.I.N.A. unter „Rahmung“ werden die Daten von Stellarium übernommen. Nun kann dies in den Sequenzer übernehmen werden und eventuell noch weitere Aufnahmeobjekte hinzugefügt (geplant) werden. Diese geplanten Objekte kann man nun auch abspeichern, damit man diese beim nächsten Mal ohne Stellarium einfügen kann. Als nächstes starte ich nun die Sequenz welche die Kamera auf die eingestellt Temperatur herunter kühlt. Danach wird das Teleskope zum aufzunehmenden Objekt geschwenkt und per „ASTAP (Plate Solve)“ zentriert. Ist das Teleskop richtig ausgerichtet wird PHD2 zum Guiden gestartet. Sobald das Guiden gestartet wurde, wirde das Fokussieren des Objektes vorgenommen. Ist dies abgeschlossen, starten die Aufnahmen der Lights. Wird beim Aufnehmen der Meridian überschritten, leitet N.I.N.A. automatisch den Meridianflip ein, damit das Teleskop nicht an das Stativ stößt. Durch die ganze Automatik, kann man jetzt die ganze Nacht ohne Probleme fotografieren.

Mein nächstes Ziel ist ein kleines apochromatisches Refraktor, welchen man auch einfach mit in den Urlaub nehme kann.
Sonstige Ziele: Viel Spaß an vielen klaren Nächten beim Beobachten und fotografieren zu haben, um auch schöne Fotos erstellen zu können. 

Die erste Kältenacht sind überstanden. Alle Power Packs haben die Nacht bravourös überstanden. Kein Spiegel und keine Linse ist angelaufen.